Newsletter April 2022

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

die Corona-Pandemie wird derzeit durch den schlimmen Krieg in der Ukraine überlagert. Es handelt sich in beiden Fällen um schwere Ausnahmesituationen sowohl für die Menschen, die davon betroffen sind, als auch für unsere Gesellschaft und die zivilisierte Welt insgesamt.

Auch in unserem Krankenhaus spüren wir, wie die Krise zum Normalfall zu werden scheint. So hat in Zeiten höchster Corona- Inzidenzen auch bei uns die medizinische Versorgung von Geflüchteten begonnen. Darüber hinaus konnten wir mehrere Ukraine-Hilfstransporte mit benötigten medizinischen Gütern ausstatten. Und in ihrer Freizeit engagieren sich viele Diako-Beschäftigte für die vielen Menschen, die durch Zerstörung und Vertreibung unverschuldet in Not geraten sind.

Trotz dieser schwierigen Zeiten arbeiten wir stetig daran, uns weiterzuentwickeln – sei es durch neue medizinische Angebote oder technologische Innovationen. Von beiden Dingen möchten wir Ihnen in der neuen Ausgabe der „Diako-News“ berichten.

Freundliche Grüße

Dr. Olaf Richter
Ärztlicher Direktor

Katrin Völkel-Lutz
Pflegedirektorin

Dirk Herrmann
Kaufm. Geschäftsführer

Dr. Michael Kühne
Theol. Geschäftsführer

Corona-Update: Was aktuell im Diako gilt

  • Corona-Versorgung in einem Spezialbereich (plus ITS-Kapazitäten)
  • vorübergehende Einschränkung der Besuchsregelungen und Einlass mit Kontakt- und Symptomerfassung
  • Tragen eines medizinischen MNS (bevorzugt FFP2-Maske) und Einhaltung aller Hygiene- und Abstandsregeln
  • Ausschlusskriterien: Corona-Symptome, ggf. vorliegende Quarantäneverordnung

Sie haben Fragen zur aktuellen Patientenversorgung? Sprechen Sie uns jederzeit an!

Strukturierte Beatmungsentwöhnung:Von der Kür zur Pflicht

Langzeitbeatmete Patienten haben ab sofort Anspruch auf ein strukturiertes Weaning.

Im Bereich der Beatmungsentwöhnung ist das Weaning- Zentrum des Diakonissenkrankenhauses Leipzig ein wichtiger regionaler Ansprechpartner. Um die Situation von langfristig beatmeten Patienten zu verbessern, wurde 2020 das „Intensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetz“ verabschiedet. Darin wurde erstmals die Notwendigkeit einer qualifizierten ärztlichen Einschätzung zum Beatmungsstatus und zum Entwöhnungspotenzial als Bestandteil der Krankenhaus-Behandlung festgelegt. Erfolgt dies nicht, muss mit Vergütungsabschlägen gerechnet werden. So sieht es eine zusätzliche Vereinbarung vor, die nun ab April dieses Jahres wirksam geworden ist.

Das neue Gesetz regelt auch, dass im Rahmen des Entlassmanagements eine Anschlussbehandlung in einem anderen Krankenhaus verordnet werden kann, das die Voraussetzungen für ein strukturiertes Weaning erfüllt. Auf diese Weise soll vermieden werden, Beatmungspatienten zu früh in eine außerklinische Intensivpflege zu verlegen und damit unter Umständen lebenslang zu beatmen. „Durch diese neue gesetzliche Lage sind künftig alle Kliniken verpflichtet, mehr fachliche Expertise einzuholen, ob und wie ein Patient vom Beatmungsgerät entwöhnt werden kann“, erläutert Dr. Thomas Blankenburg, der als Chefarzt der Klinik für Pneumologie und Kardiologie auch die Weaning-Behandlung im Diakonissenkrankenhaus verantwortet. „Da ein prolongiertes Weaning in der Regel sehr zeitintensiv ist, können diese Forderungen kaum auf normalen Intensivstationen erfüllt werden. So dauert eine Beatmungsentwöhnung in unserem Haus im Durchschnitt 15 bis 20 Tage, manchmal auch zwei Monate.“

Das Weaning-Zentrum im Diako umfasst sechs Weaning- Spezialbetten auf der Intensivstation sowie acht bis zehn Spezialbetten auf Normalstation. Zur Behandlung von atmungsspezifischen Störungen kombiniert das interdisziplinär besetzte Team, bestehend aus erfahrenen Pneumologen und Intensivmedizinern sowie Atem- und Physiotherapeuten, verschiedene therapeutische Maßnahmen. Dabei steht eine allgemeine körperliche Kräftigung ebenso im Fokus wie ein Training der Atemmuskulatur und des Hustenstoßes sowie eine Behandlung von Schluckstörungen. Rund zwei Drittel der Weaning- Patienten können das Diako zum Abschluss der Behandlung ohne Beatmung verlassen. Patienten, die trotz stationärer Entwöhnungstherapie auf ein Beatmungsgerät angewiesen bleiben, werden weiterhin strukturiert im Weaning-Zentrum betreut und hier die Notwendigkeit der Beatmungstherapie regelmäßig überprüft.

Das Weaning-Zentrum des Diakonissenkrankenhauses Leipzig bereitet sich derzeit auf eine Zertifizierung durch die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin vor, die für dieses Jahr geplant ist. Vor wenigen Monaten erfolgte eine Auditierung durch die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin, in der das Zertifikat „Entwöhnung von der Beatmung“ erlangt werden konnte. Dieses Gütesiegel ist eine wichtige Voraussetzung für eine Zertifizierung als Weaning-Zentrum.

Oberärztin Dr. Roberta Rehnig ist für die Versorgung von Weaning-Patienten auf der Intensivstation verantwortlich. Foto: Kay Zimmermann

Kontakt

Dr. Thomas Blankenburg
Klinik für Pneumologie und Kardiologie

Telefon: 0341 444-3621
E-Mail thomas.blankenburg@ediacon.de

Wichtige Weichenstellungen bei medizinischen Führungspositionen

Seit 30 Jahren leitet Dr. Karin Siegert die medizinischen Geschicke der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Schmerztherapie des Diakonissenkrankenhauses Leipzig. Ende Juni wird sich die Chefärztin in ihren verdienten Ruhestand verabschieden. Die frei werdende Leitungsposition wird nahtlos von Dr. Alexander Rothe übernommen, der bereits seit 13 Jahren als Facharzt im Diako tätig ist und hier als Leitender Oberarzt seit 2015 die Intensivstation verantwortet. Der Chefarztwechsel wird am 15. Juni 2022 im Rahmen einer feierlichen Verabschiedung und Einführung vollzogen.

Mit der Ernennung des gefäßchirurgischen Chefarztes Dr. Olaf Richter zum neuen Ärztlichen Direktor war die Position des stellvertretenden Ärztlichen Direktors, die er bis dahin ausübte, vakant geworden. In diese Funktion wurde im Februar Dr. Ralph Stephan, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie und Onkologie, vom Krankenhausdirektorium berufen.

Erweiterung der gastroenterologischen Funktionsdiagnostik

Seit diesem Jahr verfügt das Diakonissenkrankenhaus über neue Möglichkeiten in der gastroenterologische Funktionsdiagnostik. Mit der Impedanz-pH-Metrie und die HR-Manometrie können u. a. Motilitätsstörungen des Ösophagus, unklare nichtkardiale Thoraxschmerzen sowie Reflux- und Erkrankungen der Schließmuskel (Sphinkteren) noch genauer abgeklärt werden.

„Die neuen diagnostischen Möglichkeiten haben den Vorteil, dass hierbei nicht nur die sauren Refluxe gemessen, sondern auch die gemischten Refluxe erfasst werden können“, erläutert Dr. Ralph Stephan als Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie und Onkologie. „Auf diese Weise lässt sich die patientenbezogene Therapie noch besser steuern und auch die Medikation passgenauer einstellen.“ Die neuen Möglichkeiten in der Funktionsdiagnostik fließen selbstverständlich in die Planung anstehender Operationen ein. Insbesondere können die Spezialisten im hauseigenen Kompetenzzentrum für Hernienchirurgie sowohl ihre Indikationen einfacher stellen als auch den möglichen OP-Erfolg besser prognostizieren. „In der medizinischen Praxis bedeutet das auch, einzelne Operationen aufgrund zu geringer Erfolgsaussichten nicht durchzuführen“, ergänzt der viszeralchirurgische Chefarzt Dr. Shueb Mussa, der im Diako auch das spezialisierte und zertifizierte Hernienzentrum leitet.

Die neuen diagnostischen Möglichkeiten bieten Chefarzt Dr. Ralph Stephan (r.) eine noch genauere Einschätzung von Schluckvorgängen und -störungen – hier im fachlichen Austausch mit Fachpfleger René Kirchner. Foto: Kay Zimmermann

Patientenanmeldung

Klinik für Gastroenterologie und Onkologie

Telefon: 0341 444-3622 (Sekretariat)

Kompetenzzentrum für Hernienchirurgie

Telefon: 0341 444-3631 (Sekretariat)

Kurz gemeldet

  • Im Stadtteil Eutritzsch errichtet die Leipziger Diakonie Hospiz gGmbH (LDH) derzeit eine stationäre Einrichtung mit zwölf Hospizplätzen. Die Bauarbeiten kommen gut voran – soeben konnte planmäßig die Grundsteinlegung vollzogen werden. Die Fertigstellung der rund 3,5 Millionen Euro umfassenden Baumaßnahme ist für das Frühjahr 2023 geplant. An der gemeinnützigen Hospizgesellschaft sind das Ev. Diakonissenkrankenhaus mit 55 Prozent und das Ev.-Luth. Diakonissenhaus Leipzig mit 33 Prozent beteiligt.
  • Corona-bedingt musste das im Dezember geplante Unfallchirurgisch-Orthopädische Symposium zu Ehren unseres ehemaligen Ärztlichen Direktors und Chefarztes Dr. Ulrich Socha kurzfristig verschoben werden. Nun steht ein neuer Termin fest: Die Fachveranstaltung findet am 6. Juli 2022 (voraussichtlich 14 bis 18 Uhr) anlässlich des erfolgten Chefarztwechsels statt. In diesem Rahmen werden somit auch Prof. Dr. Pierre Hepp als Chefarzt und Dr. Olaf Richter als Ärztlicher Direktor in ihre Ämter eingeführt. Eine Einladung mit vollständigem Programm folgt.
  • Bereits eine Woche früher, am 29. Juni 2022, lädt das Diako zu einem Gefäßmedizinischen Symposium. Neben Fachvorträgen aus der Gefäßchirurgie und Angiologie wird sich das im Hause ansässige Gefäßzentrum praxisnah vorstellen. Merken Sie sich bei Interesse diesen Termin (voraussichtlich 14 bis 17 Uhr) gern schon vor – auch hierzu folgt eine Einladung mit vollständigem Programm.

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