Angst- und stressfrei durch die Teilnarkose

Im Leipziger Diakonissenkrankenhaus geht das mit Hilfe einer Videobrille

In der heutigen Medizin werden bestimmte Eingriffe bevorzugt unter Teilnarkose durchgeführt, um die Patienten so schonend wie möglich durch ihre OP zu bringen. Dazu gehören auch zahlreiche Gelenk-Operationen, bei denen im Leipziger Diakonissenkrankenhaus ab sofort ein technisches Hilfsmittel mit besonderem Unterhaltungswert zum Einsatz kommt. Hierbei handelt es sich um eine Videobrille, die während einer Regionalanästhesie getragen werden kann, um sich bestmöglich vom medizinischen Geschehen drumherum abzuschirmen.

Die speziell auf medizinische Szenarien ausgerichtete Videobrille wurde von dem Unternehmen HappyMed entwickelt und ist als Medizinprodukt der Klasse I zertifiziert. Grundidee ist, dass eine gezielte audiovisuelle Ablenkung den Bedarf an medikamentöser Sedierung deutlich senken kann – und damit auch deren mögliche Nebenwirkungen. Von diesem Mehrwert können insbesondere Patientinnen und Patienten profitieren, die Narkosemittel schlecht vertragen oder länger mit den Nachwirkungen zu kämpfen haben.

Vor allem Gelenkpatienten können profitieren

Im Diakonissenkrankenhaus Leipzig finden jedes Jahr mehrere tausend Operationen unter Teilnarkose statt. Besonders häufig werden Eingriffe dieser Art in der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie durchgeführt. Denn grundsätzlich sind Eingriffe an Beinen oder Armen in besonderer Weise für eine regionalanästhesiologische Begleitung prädestiniert. In dem zum mitteldeutschen Verbund von AGAPLESION gehörenden Krankenhaus betrifft dies vor allem Operationen an Hüft- und Kniegelenken sowie an Fuß- und Sprunggelenken.

Das Konzept der „audiovisuellen Sedierung“ wird im Leipziger Diako ab sofort aktiv bei Operationen angeboten, die unter Teilnarkose stattfinden. Fotos: Maria Haase

Im Leipziger Diako kommt die Videobrille als ein Medizinprodukt der Klasse I ab sofort regelhaft im OP-Bereich zum Einsatz. Vor Inbetriebnahme erfolgte seit Jahresbeginn ein intensiver Probelauf mit dem Gerät, der vor wenigen Wochen mit überzeugenden Ergebnissen abgeschlossen werden konnte. Seitdem kann sie grundsätzlich bei allen Operationen genutzt werden, bei denen eine Teilnarkose angezeigt ist. Mehrkosten für interessierte Patientinnen und den Patienten entstehen hierbei keine.

Um sich in der jeweiligen OP-Situation bestmöglich vom besonderen Geschehen drumherum zu entkoppeln, steht auf der Videobrille für jeden Geschmack etwas bereit – von Naturdokumentationen über Konzertmitschnitte bis hin zu Spielfilmen unterschiedlicher Genres und spezielle Angebote für Kinder. Für die akustische Abschirmung sorgen Kopfhörer, die ebenfalls zum speziellen Entertainmentangebot gehören.

„Bei den Operationen, die medizinisch bedingt unter Teilnarkose stattfinden, haben wir bislang durchweg gute Erfahrungen mit der Videobrille sammeln können“, erläutert Dr. Alexander Rothe, der als Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Schmerztherapie federführend an der Einführung des audiovisuellen Angebotes beteiligt war. „Wenn wir auf diese Weise gerade ängstlichere Menschen vor unnötigem Stress bewahren können, ist dies ein sinnvoller Beitrag zur Erhöhung der Patientensicherheit. Wir freuen uns deshalb umso mehr, dass das Zusatzangebot schon nach kurzer Zeit gern und dankbar angenommen wird.“

Seit der regelhaften Nutzung der Videobrille wird im Leipziger Diako vor jeder regionalanästhesiologischen OP im Rahmen des Aufklärungsgesprächs gezielt das individuelle Interesse abgefragt. Die Patientin bzw. der Patient kann hierbei auch direkt festlegen, welches Unterhaltungsangebot während des Eingriffs auf der Videobrille laufen soll – von klassischen Konzerten über Reisereportagen bis hin zu Komödien, Liebes- oder Actionfilmen steht ein breites Spektrum zur Auswahl.

Weitere Informationen und Kontakt:

Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Schmerztherapie
Chefarzt Dr. med. Alexander Rothe
Telefon: 0341 444-3641 (Sekretariat)

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