Ev. Diakonissenkrankenhaus Leipzig edia.con gemeinnützige GmbH Ev. Diakonissenkrankenhaus Leipzig
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Qualitätsmanagementpolitik

 

In der Präambel des Gesellschaftsvertrages der Ev. Diakonissenkrankenhaus Leipzig gemeinnützige GmbH heißt es:

 

Es ist Aufgabe der Kirche Jesu Christi, die Liebe Gottes in Wort und Tat zu verkündigen. Dazu gehört die Diakonie als Wesens- und Lebensäußerung der Kirche. Sie nimmt sich besonders der Menschen in leiblicher Not, in seelischer Bedrängnis und in sozial ungerechten Verhältnissen an. Sie sucht auch die Ursachen dieser Nöte zu beheben. Da die Entfremdung von Gott die tiefste Not des Menschen ist und sein Heil und Wohl untrennbar zusammengehören, vollzieht sich Diakonie in Wort und Tat als ganzheitlicher Dienst am Menschen.

 

Aller Dienst geschieht unter dem Leitgedanken „Zuwendung und Vertrauen“.

 

Die Ev. Diakonissenkrankenhaus Leipzig gemeinnützige GmbH ist Mitglied des Diakonischen Werkes der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens e. V.

 

» Gesellschafter der gemeinnützigen GmbH sind der Ev.-Luth. Diakonissenhaus Leipzig e. V. und die edia.con gemeinnützige GmbH.

 

Das Ev. Diakonissenkrankenhaus Leipzig hat sich im Juni 2004 nach KTQ® / proCum Cert zertifizieren lassen. In Vorbereitung darauf wurde ein Qualitätsmanagementsystem eingeführt, das sich an unserem Leitbild orientiert und den Kriterien des KTQ®- und proCum Cert-Verfahrens aufbaut. Derzeit läuft das Projekt zur Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001:2000.

 

In unserem » Leitbild werden die inhaltlichen Anliegen und Zielsetzungen unserer Arbeit verdeutlicht. Dieses Leitbild wurde zuletzt im Januar 2009 von Mitarbeitenden überarbeitet, von der Gesellschafterversammlung bestätigt und allen Mitarbeitern ausgehändigt. Es wird laufend zur inhaltlichen Ausgestaltung unserer Arbeit genutzt. Im Leitbild wird deutlich, wie Grundsätze, die im christlichen Glauben verankert sind, den Führungsstil und auch den Umgang miteinander sowohl innerhalb der Dienstgemeinschaft als auch im Hinblick auf die Patientinnen und Patienten prägen. Wir verstehen die Leitbildentwicklung und –umsetzung als Teil der strategischen Unternehmensentwicklung.

 

Unser Qualitätsdenken beinhaltet folgende Kernpunkte:

 

1. Patientenzufriedenheit

 

Jeder Mensch ist vom Beginn seines Werdens an Gottes Geschöpf und in seiner Würde unantastbar. Wir nehmen den Menschen in der Einheit von Körper, Geist und Seele ganzheitlich wahr. Wir leisten eine bestmögliche medizinische und pflegerische Versorgung und lassen dabei menschliche Zuwendung und Begleitung erfahren. Wir begegnen denen, die Hilfe bei uns suchen mit persönlicher Achtung und respektieren ihre soziale, kulturelle und religiöse Prägung. Wir fördern die Mitwirkung der Patientinnen und Patienten. Sie werden in alle durchzuführenden Behandlungsschritte und Maßnahmen der Versorgung einbezogen durch begleitende Information, Aufklärung und persönliches Gespräch. Wo unser medizinisches Bemühen an Grenzen stößt, wollen wir Menschen darin unterstützen, ihr Leben mit Begrenzungen annehmbar zu bewältigen. Wir setzen uns dafür ein, dass Menschen in Würde sterben können und begleiten sie auf diesem Weg.

 

2. Mitarbeiterzufriedenheit

 

Es ist uns wichtig, dass wir Freude an unserer Arbeit erleben und ein sinnerfülltes, engagiertes Berufsleben führen können.

 

Durch klare Kompetenzregelung und Stärkung der individuellen Fähigkeiten fördern wir Motivation und Verantwortungsbereitschaft.

 

Durch Fort- und Weiterbildung vertiefen wir unsere fachliche Qualifikation und unsere personale, soziale und diakonische Kompetenz. Diese Ziele bestimmen auch die Krankenpflegeausbildung. Wir streben eine individuelle Begleitung der Auszubildenden an und befähigen zu einer ganzheitlichen Pflege.

 

In unserem Leitbild ist verankert, dass unsere Zusammenarbeit geprägt sein soll von gegenseitigem Respekt, Wertschätzung und Vertrauen. Wir bilden eine Dienstgemeinschaft, wobei jeder nach bestem Wissen und Vermögen seinen Teil zum Gelingen des Ganzem beiträgt.

 

Wir sind bereit, mit Konflikten zu leben und gemeinsam Lösungen zu suchen. Unsere Streitkultur soll offen und respektvoll sein.

 

Wir stellen uns gegenseitiger Kritik und Korrektur und sehen sie als Möglichkeit, unsere Arbeit und Zusammenarbeit zu verbessern.

 

Durch Begegnungen, Feiern und Feste ermöglichen wir den Erfahrungs- und Meinungsaustausch, fördern die Dienstgemeinschaft und bieten einen motivierenden Ausgleich zum Alltag.

 

Zur glaubens- und gemeinschaftsorientierten Ausrichtung unserer Dienstgemeinschaft gehört es, dass wir aus unseren geistlichen Wurzeln leben. Wir gestalten und erleben miteinander Andachten, Gottesdienste und andere Angebote der Spiritualität. Wir sorgen für seelsorgerliche Begleitung.

 

Bei allen Mitarbeitenden setzen wir voraus, dass sie sich den gleichen sozialen Werten verpflichtet wissen. In aller Verschiedenheit des Glaubens und Denkens wollen wir uns gegenseitig respektieren und im Geist der Nächstenliebe begegnen.

 

Ehrenamtlich Mitarbeitende sind uns willkommen. Die Zusammenarbeit mit ihnen wollen wir so gestalten, dass ihr Engagement gefördert wird und unseren Dienst am Patienten sinnvoll ergänzt.

 

3. Personalentwicklung

 

Wir betreiben eine systematische Fort- und Weiterbildungsarbeit, um insbesondere ärztlichen und pflegerischen Mitarbeitenden fundiertes Wissen und Können zu vermitteln. Damit betreiben wir zugleich eine bedarfsgerechte Personalentwicklung mit dem Ziel, vor allem qualifizierte Mitarbeitende aus dem eigenen Mitarbeiterstamm zu befähigen und weiterzubilden. Die Mitarbeitenden werden für ihre Aufgaben geschult, um den komplexen Aufgaben zum Wohle unserer Patienten bestmöglich gewachsen zu sein. Interne und externe Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten unterstützen die Mitarbeitenden

auf diesem Wege.

 

Unsere Angebote finden im halbjährlichen Fortbildungsprogramm ihren Niederschlag.

 

4. Wirtschaftlichkeit

 

Es ist unser Vorsatz, dass zur Verwirklichung unserer Ziele eine gesunde wirtschaftliche Basis erhalten bleibt.

 

Alle Mitarbeitenden nehmen Einfluss auf ökonomische Prozesse durch verantwortungsbewussten Umgang mit den anvertrauten Gütern, durch sinnvolle Gestaltung von Arbeitsabläufen, durch persönliches Engagement und nicht zuletzt dadurch, dass unser Handeln Vertrauen und Zufriedenheit bei Patienten und niedergelassenen Ärzten bewirkt.

 

Im Rahmen der Beschaffung von Gütern berücksichtigen wir neben ökonomischen Gesichtspunkten

auch ökologische und energiesparende Aspekte.

 

Wir suchen nach Wegen der Finanzierung, wenn Hilfe für Menschen nicht kostendeckend erbracht werden kann. Es entspricht unserem Grundsatz, ökonomische Entscheidungen auch unter humanitären und ethischen Gesichtspunkten zu treffen.

 

5. Leitungs- und Organisationsstruktur

 

Die aktuelle Organisationsstruktur des Krankenhauses ist festgelegt unter Benennung von Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten, in denen Selbstständigkeit und Eigenverantwortung, wie auch die Arbeit im Team gefördert werden.

 

Es bestehen Regelungen zur Strukturierung bereichs- und hierarchieübergreifender Projekte. Wir praktizieren ein kooperatives, an den Bedürfnissen der Patienten orientiertes Zusammenwirken aller Abteilungen. Wichtig sind uns dabei offene Kommunikation und guter Informationsfluss zwischen den verschiedenen Bereichen. Gleiches gilt auch für die Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern.

 

Wir passen unser Leistungsspektrum kontinuierlich der Entwicklung auf medizinischtechnischem Gebiet und der sich verändernden Nachfrage an.

 

Wir nutzen die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die strukturelle Weiterentwicklung unseres Krankenhauses. Wir sind offen für partnerschaftliche Kooperationen mit niedergelassenen Ärzten und interessiert an Behandlungsformen, die sich an die stationäre Behandlung anschließen.

Die Qualitätsziele der Ev. Diakonissenkrankenhaus Leipzig gemeinnützige GmbH sind im Leitbild verankert, das im März 2003 verabschiedet wurde.

 

Qualitätsmanagement und dessen Bewertung

 

 

Aufbau des einrichtungsinternen Qualitätsmanagements im Krankenhaus

Das einrichtungsinterne Qualitätsmanagement wird von der Lenkungsgruppe geleitet, der vier Mitglieder angehören. Diese sind der Ärztliche Direktor, die Pflegedienstleitung, der Betriebsdirektor und die Assistentin der Geschäftsführung. Dieses Lenkungsgremium steuert, überwacht und koordiniert alle Aktivitäten im Rahmen des Qualitätsmanagement und richtet die Projektgruppen in regelmäßigen Audits auf die Erreichung des gesteckten Zieles aus. Die Lenkungsgruppe wird unterstützt von sechs Qualitätsbeauftragten aus unterschiedlichen Bereichen der Mitarbeiterschaft. Dabei wurde auch die gezielte Unterstützung eines externen Beratungsunternehmen in Anspruch genommen.

 

Qualitätsbewertung

Das Krankenhaus hat sich im Berichtszeitraum an folgenden Maßnahmen zur Bewertung von Qualität bzw. des Qualitätsmanagements beteiligt (Selbstoder Fremdbewertungen):

Das Ev. Diakonissenkrankenhaus Leipzig hat sich im Jahr 2004 nach den Kriterien der proCum Cert und der KTQ auf der Basis des Kriterienkataloges der Version 4.0 visitieren und zertifizieren lassen. Im Zertifizierungsbericht Nummer 2004-LEIP-11-E-00023 der proCum Cert GmbH wurde nachgewiesen, dass das Qualitätsmanagementsystem des Krankenhauses in besonderer Weise den Kriterien des KTQ und proCum Cert-Verfahrens entspricht.

 

Patientenbefragungen laufen regelmäßig im Rahmen der Essensversorgung durch das mit der Versorgung beauftragte Catering-Unternehmen. Zu den Wartezeiten in der Funktionsdiagnostik wurde eine Patientenbefragung durchgeführt mit dem Ziel, die Wartezeiten zu verringern und den Wartebereich neu zu gestalten. In Vorbereitung des Zertifizierungsverfahrens wurde auch eine Mitarbeiterbefragung in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro für Projektmanagement durchgeführt, ausgewertet und in die Arbeitsabläufe einbezogen.

 

Alle Patienten und Besucher haben die Möglichkeit auf einem Fragebogen Anregungen, Kritiken und Hinweise an das Krankenhaus zu geben. Diese werden analysiert und ausgewertet. Wo die Möglichkeit besteht, werden persönliche Antworten gegeben. Alle Anregungen werden auf eine Umsetzung geprüft und nach den vorhandenen Ressourcen zur Realisierung eingeordnet.

 

Ergebnisse in der externen Qualitätssicherung gemäß § 137 SGB V

 

Externe Qualitätssicherung

Die Ergebnisse der externen Qualitätssicherung gemäß § 137 SGB V sind im Basisteil ausführlich dargestellt. Von den mindestens geforderten 80 % qualitätszusichernden Fällen wurden 94 % erreicht.

 

Interne Qualitätssicherung

Über die gesetzlichen Vorgaben hinaus sichern wir nach Schilddrüsenoperationen alle Fälle auf Stimmbandstörungen. Vierteljährlich werden die Ergebnisse in den Besprechungen der Chirurgen ausgewertet. Die Komplikationsrate liegt unter 1%, im Bundesdurchschnitt liegt sie zwischen 3 und 10%.

 

Des Weiteren werden alle nosokomialen Infektionen erfasst und gemeinsam durch die Hygieneschwester und den Ärztlichen Direktor ausgewertet.

 

Tumorkonferenz

Diagnostische Radiologen, Internisten, Chirurgen und niedergelassene, onkologisch tätige Kollegen und Strahlentherapeuten haben sich daher in der, an unserem Haus einmal wöchentlich sattfindenden Tumorkonferenz zusammengefunden, um Diagnostik- und Therapiekonzepte aktuell in Behandlung befindlicher Tumor-Patienten festzulegen. Bevorzugt werden sowohl neu diagnostizierte als auch fortgeschrittene gastroenterologische, urogenitale und neuroendokrine Tumorerkrankungen, sowie maligne Erkrankungen der Brustdrüse und der Lunge diskutiert. Neben der Bündelung eines umfangreichen Wissens- und Erfahrungsschatzes, der die Umsetzung neuster Erkenntnisse und Standards garantiert, besteht der Vorteil in einer zeitnahen und ökonomischen Diagnostik sowie einer engen Verzahnung ambulanter und stationärer Therapie. Anhand der aktuellen Befunde werden, basierend auf neuesten wissenschaftlichen Ergebnissen, patientenspezifische interdisziplinäre Diagnostik- und Behandlungskonzepte erstellt sowie Verläufe beobachtet und diskutiert. Die enge Zusammenarbeit der unterschiedlichen Fachdisziplinen garantiert dabei neben einer optimalen medizinischen Versorgung auf

höchstem Niveau eine Qualitätskontrolle. Darüber hinaus ermöglichen diese Veranstaltungen jungen Ärzten in Weiterbildung Einblicke in ganzheitliche, interdisziplinäre Diagnostik- und Therapiestrategien maligner Erkrankungen.

 

Diabetische Sprechstunden/Diabetesschulungen

Wir schulen und beraten Menschen mit Diabetes Typ 2. Die Beratung findet in Einzel- und Gruppen-gesprächen statt. Bei Bedarf werden die Angehörigen mit einbezogen.

 

Wir zeigen Wege auf, wie man selbständig und eigenverantwortlich mit Diabetes im Alltag gut umgehen kann und die Lebensqualität soweit als möglich erhalten bleibt. Dabei steht die individuelle Beratung im Vordergrund.

 

Schulungsinhalte:

 

  • Was ist Diabetes (Ursachen, Grundlagen, Therapiemöglichkeiten)
  • Selbstkontrolle ( von Blutzucker, Blutdruck und Gewicht)
  • Insulin, Insulininjektion
  • Ernährung (Grundlagen, Kohlenhydrate und deren Berechnung)
  • Unter- und Überzuckerung
  • Folgeerkrankungen, Fußpflege
  • Soziale Aspekte

 

Ganzheitliche Betreuung in der Geburtshilfe

Die Geburtshilfe wird im Belegarzt- und Beleghebammensystem geführt. Ärzte und Hebammen haben die gute Möglichkeit, die Schwangeren vom Zeitpunkt der Schwangerschaftsfeststellung, über die Geburt, das Wochenbett bis zum Ende der Stillzeit ganzheitlich zu betreuen. Durch die umfassende und durchgängige Versorgung werden Informationsverluste auf ein Minimum reduziert und Doppeluntersuchungen vermieden.

 

Oft entsteht ein persönliches Vertrauensverhältnis, da alle Besonderheiten im Schwangerschaftsverlauf

und persönliche Wünsche zur Geburt bekannt sind und in die Behandlung einfließen können. Die Betreuung schließt auch Geburtsvorbereitungskurse gemeinsam mit dem Partner, Schwangerenschwimmen, Rückbildungsgymnastik, Stillberatung und Hausbesuche mit ein.

 

Qualitätsmanagementprojekte im Jahr 2004

 

Im Krankenhaus sind folgende ausgewählte Projekte des Qualitätsmanagements im Berichtszeitraum durchgeführt worden:

Im Rahmen des Zertifizierungsverfahrens wurden 21 Qualitätsprojekte in Angriff genommen. Die Wichtigsten waren unter anderem:

 

  • Die Vorbereitung einer stationären Behandlung
  • Patientenorientierung während der Aufnahme
  • Orientierung im Krankenhaus
  • Schutz der Intimsphäre im Krankenhaus
  • Koordinierung der Behandlung
  • Kooperation mit allen Beteiligten der Patientenversorgung
  • Entlassung und Verlegung
  • Sicherstellung des Lernerfolgs in angegliederten Ausbildungsstätten
  • Einarbeitung neuer Mitarbeiter

 

Abgeschlossene Projekte wurden bereits umgesetzt. Weitere Projekte laufen noch beziehungsweise

entwickeln sich mit neuen Schwerpunkten zu anderen Qualitätsprojekten. Derzeit arbeiten wir an weiteren neuen Qualitätsprojekten:

 

  • OP-Management
  • Einführung der Knieendoprothetik
  • Archivierung von Krankenakten
  • ambulantes Operieren
  • Telematikverbund Sachsen Nord / Weiterentwicklung EDV
  • Hubschrauberlandeplatz
  • Integration kardiologische Belegabteilung
  • Wundmanagement
  • Patientenvortragsreihe

 

In den Qualitätsgruppen arbeiten Mitarbeitende hierarchie- und fachgebietsübergreifend zusammen. Die Intensität der Zusammenarbeit ist abhängig vom Ziel des Qualitätsprojektes in Verantwortung der Lenkungsgruppe.